Das moderne, aufgeklärte Europa.

Den meisten Menschen ist klar, dass sich die Gesetzgebung den modernen Lebensumständen anpassen muss und das dies oft keine einfache Aufgabe ist. Als Bürger eines EU-Mitgliedstaates hofft man, dass gutbezahlte und gut ausgebildete EU-Experten sich ihre Köpfe zerbrechen und zu einem akzeptablen Ergebnis kommen, welches uns allen dient. Merkwürdigerweise kommen immer mehr Kopfgeburten an Gesetzen zur Entscheidung die in erster Linie nur eines gemeinsam in ihrer Schlussfolgerung haben: Wir sind alle Täter und müssen vor uns selber beschützt werden. Wir tragen sozusagen die Ursünde in uns. Ein rechtliches Gutmenschen-Konzept welches von vielen Weltreligionen als Grundprinzip verstanden wird und in der Vergangenheit der letzten Jahrhunderte nicht gerade für glückliche Zeiten sorgte und für viele oft genug auf dem Scheiterhaufen endete.
Die Gutmenschen der EU-Bürokratie stellen also jetzt ihre Version des Sexualstrafrechts vor, welches ihre Mitgliedstaaten gefälligst zu übernehmen haben: Sie machen Jugendliche zu Tätern. Fertig. Problem gelöst. Hier der Link zu der News zu diesem Cartoon – SPON: „Sexualstrafrecht: Fummeln verboten.“

Wen fürchte ich eigentlich mehr: Den Terroristen und Gewalttäter oder den Gutmenschen der mich retten will?

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8 Kommentare

Eingeordnet unter Politische-Cartoons

8 Antworten zu “Das moderne, aufgeklärte Europa.

  1. Sagen wir es mal so, Steven,

    Jede Gesellschaft braucht ihre Outlaws, ihre Rangruppe, von der sie sich abgrenzen und die sie regulieren (vulgo: schikanieren) kann.

    Nachdem nun sexuelle Aberrationen gesellschaftsfähig, ja überhaupt alle derartigen Tabus gefallen sind; nachdem auch andere Randgruppen, subsummiert unter „Asis“, gesellschaftsfähig wurden, musste also ein neues Klientel her, daß man unter dem Vorwand, es schützen zu müssen, diskriminiert, notfalls kriminalisiert. Das hilft der Gesellschaft, in sich stabil zu bleiben.

    Diskriminierungen sind nun einmal ein wesentliches Element der Stabilisation. Tabus dienten schon immer dazu, Gruppen, die durch immanente Gärungsprozesse zu einer Bedrohung werden könnten, zu domestizieren. Jetzt also Pubertierende. Irgendwann gehen uns die „Randgruppen“ aus – und dann?

    Das Problem bei der Errichtung von Tabus ist ja, daß sie gegen etwas gerichtet sein müssen, das zwar einen äusserst starken Trieb nach Befriedigung voraussetzt, aber andererseits nicht in die Lebensfunktionen an sich eingreift: Atmen, Essen, Schlafen, etc. fallen also aus…

    In den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts entdeckte Eibl- Eibesfeldt einen kleinen, bis dato völlig ohne Berührung zu jeder anderen Zivilisation lebenden Volksstamm, die Trobirander. Diese Menschen kannten keine Tabus, lebten eine völlig ungezwungene Sexualität, waren völlig unkriegerisch. Diese Menschen sind inzwischen ausgestorben. Die Frage nach dem Warum muss, glaube ich, garnicht erst gestellt werden, leider.

  2. Pingback: Amoklaufender Rechtsstaat - DenkfabrikBlog.de

  3. Naja, die Theorie, dass jede Gesellschaft ihre Outlaws braucht, um stabil zu bleiben, ist bewiesen und anzweifeln würde ich sie in dem Sinne sicherlich nicht. Auf der anderen Seite zweifle ich aber definitiv an, dass es uns an solchen Outlaws fehlen würde. Davon haben wird bei weitem noch genügend (die o.g. „Asis“ werden immerhin immernoch reguliert, Netzweltler würden mir spontan auch noch einfallen).

    Ich sehe bei dem Gesetzesentwurf einen ganz anderen knallroten Faden, der sich quer durch die jüngere Geschichte der deutschen Politik zieht: Sobald die EU mit einem Rahmenbeschluss aufmarschiert, unabhängig davon, wie absurd er eigentlich ist, gehen im zuständigen Ministerium die roten Lampen nebst Sirenen a la Gefechtsbereitschaft herstellen los und es muss sofort ein Gesetz entworfen werden, mit dem der Rahmenbeschluss und alles, was man noch an Absurditäten in ihn interpretieren könnte, umgesetzt wird. Gleichzeitig mit den Lämpchen und Sirenen scheinen dann auch die Gehirne der Mitarbeiter abgeschaltet zu werden.

    Wie gut der Weg über Brüssel funktioniert, hat ja mittlerweile der gute Herr Schäuble auch schon verstanden. Stieß er mit seinem Vordringen zu präventivem Polizeirecht vor nicht allzu langer Zeit in Deutschland noch auf gröbsten Widerstand, sowohl in der Gesellschaft, als auch in der Politik, hat er nun den Weg nach Brüssel eingeschlagen und keiner beschwert sich.

    Ich persönlich hoffe schwer, dass das Gesetz nicht durch kommt oder, wenn doch, von Köhler oder dem BVG gekippt wird. Die sexuelle Selbstfindung in der Pubertät ist ein Prozess, den uns unsere Natur resp. Physiologie „vorschreibt“. Die Absurdität, die in einem Gesetz steckt, das diesen Prozess regulieren soll, ist kaum in Worte zu fassen.

  4. René

    Kinners, Ruhe bewahren!

    Ich sehe das locker, denn ich habe einen Sohn gezeugt. Bei einer Tochter wäre das völlig anders.

    Ihr „Boy-lover“ würde nichts, aber auch gar nichts zu Lachen haben. So etwas wird geregelt, dafür brauche ich keine Europäische Union.

    Al Bundy hatte es vorgemacht. Ich liebe diese Szene, wo er dem angehenden Freund von Dumpfbacke den Türpfosten näher brachte. Wenn Sohnemann einen Türpfosten kennen lernen durfte, dann war das die gerechte Strafe für seine Blödheit. Marco war und ist ein gutes Beispiel dafür.

    Ist doch so …

    Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Internet muss gelernt werden. Genau so, wie unsereiner lernen musste, dass Asterix-Hefte wunderbar zum Kaschieren der Pralineschnippsel taugten, die wir zum Zwecke der Geheimhaltung unter unserer Matratze (besser in ihr) versteckten.

    Festplatten sind wesentlich sicherer, weil Eltern noch nicht einmal mit ihren Platten klar kommen Und weil Festplatten die Eigenschaft haben, Daten verschwinden zu lassen oder gar den Geist aufzugeben, sehe ich das nicht so dramatisch. Tipp an die Eltern: Festplatten mögen es nicht, externe wie interne, wenn sie aus Versehen beim Taschentuch- und Staubvernichten vom Schreibtisch fallen. Ich gebe zu, es kostet, wenn es auffällt, aber ist das nicht ein wunderbar geeignetes Mittel zum Zweck?

    Ist doch klar, dass pubertierende Jugendliche das Medium Internet dazu nutzen, ihre aufregende Wandlung fragend in die Welt hinaus zu schreien: „Guck mal, da wächst ‚was, bin ich anders?“ Wenn dann die Gegenfrage kommt: „Warum wächst etwas völlig anderes bei mir wo anders?“, ist das völlig in Ordnung, denn beide wissen die Antwort dann immer noch nicht. Antworten könnten nach wie vor Eltern liefern: „Wenn du alt genug bist, dann weißt du es“ … Sei es nur der Erkenntnis wegen, dass solche Fragen nicht wirklich etwas bringen.

    Worum geht es hier?

    Ganz einfach! Unsere Generation, also die meine, diejenigen, die heute in den Vierzigern stecken, trauen den Jugendlichen alles zu. Grundsätzlich ist es das selbe Problem, das unsere Eltern hatten: „Wo hat er die Heftchen und die Schnipsel versteckt?“ Weil unsere Eltern wussten, was und wo sie ihre Schätze in ihrer Zeit versteckten, war es mit uns damals nicht besonders abenteuerlich – und wenn sie etwas nicht fanden, dann wussten sie es auch nicht. Ist doch logisch, oder?

    Das ist heute anders. Jetzt muss ich wieder auf das Problem zurück kommen, das ich oben angerissen hatte. Wenn Papa die Mama fragt, wie eine Datei geöffnet werden kann, ein Doppelklick nichts bringt und Mama wie Papa kopfschüttelnd ratlos sind, dann müssen sich Töchterchenfrau oder Sohnemann ziemlich sicher fühlen, dass ihre wilde Dateien auch wild bleiben – also unergründlich. Und woher bekommen die Kids wilde Dateien? Aus den unergründlichen Weiten des Internet, womöglich noch vom Netz der verhassten Nachbarin, wo der Papa einen 6000er Wireles-Lan nur mit Zuhilfenahme der IT seines Unternehmens und dem Missfallen seiner Frau zum Senden bekommen hatte. Das sind heute ganz andere Probleme, mit denen Eltern zu kämpfen haben.

    Mit dieser Schmach werden Eltern alleine nicht fertig, es müssen Gesetze her, und zwar schnell. Offizielle Gesetze, vom Europäischen Gerichtshof oder von der Bundesregierung beschlossene Gesetze, nicht solche Gesetze, die unsere Eltern versuchten uns beizubringen. Gesetze wie: „Du sollst nicht Hand an dich legen, Selbstbefriedigung macht dumm und lassen Haare auf den Händen wachsen!“ Zum Teil hatten sie vielleicht recht: Meinen Pelz, den bekomme heute noch nicht in Griff.

    Lösung:

    Europa wird da nicht helfen können. Ruhe bewahren und IT-Kurse besuchen. Programmiert den Kids Goscinny und Uderzo auf den Screen, und achtet ganz penibel auf Schnipsel!

  5. Ganz ehrlich, ich habe nichts gegen ein Gesetz, dass es Kindern/Jugendlichen unter 16 oder 18 verbietet, pornografische Bilder von sich zu verbreiten. Das sehe ich absolut ein, denn egal, wie man es dreht und wendet, sobald ein +18er an die Bilder kommt, ist es Kinderpornografie. Völlig gerechtfertigt.

    Die Crux an dem Gesetzesentwurf ist aber, dass jegliche sexuellen Handlungen unter Jugendlichen nicht nur verboten, sondern auch noch Erwachsenen gleichwertig bestraft werden soll. Und das halte ich nicht nur für absolut schwachsinnig, sondern auch für gefährlich. Wenn die sexuelle Reifung von auch nur 50% der Jugend, die sich an das Gesetz halten sollte, dermaßen gestört und verzögert wird, kann das nur verheerende Folgen haben. Das halte ich für absurd und absolut lächerlich.

    Btw, ich gehöre weder zur 40er-, noch zur Elterngeneration, trotzdem bilde ich mir ein, mit meinen 27 Jahren und meiner Berufsrichtung einen einigermaßen guten Einblick in die Materie zu haben.

  6. Bei diesem Thema gehen mir die Lichter aus, nicht nur wegen dem Inhalt sondern weil es einfach so schön ins Bild passt. Unsere Politikdarsteller entwickeln sich rückwärts!

    Der Cartoon ist (wiedermal) klasse, kann ich den so stehen lassen?

    Steven: „Klar.“

  7. olle schachtel

    Ganz ehrlich, bei der Lektüre bekam ich spontan Schnappatmung.
    Nun isset also soweit. Noch gestern regten wir uns kollektiv über den amerikanischen Fundamentalismus auf. Und heute soll nun ein Gesetz auf den Weg gebracht werden, dass unserem Nachwuchs die natürliche sexuelle Reifung untersagt.
    Dann kann ja der Zeitpunkt nicht mehr fern sein, an dem uns verkündet wird, die Erde sei in sechs Tagen von einem alten Mann mit Bart zusammengeschustert worden… und wer etwas anderes behaupte, sei ein Ketzer.
    Tja Leute, dann überprüft schon mal eure Feuerzeuge und legt euch einen Vorrat an Reisigbündeln an.

  8. LastGunman

    Alter Mann mit Bart wohl kaum, schließlich gehört es zu den 10 Geboten, sich kein Bildnis von Gott zu machen 😉

    Vor dem US-Fundamentalismus dürften wir sicher sein, aber unsere Politiker kommen schon von selbst auf schwachsinnige Ideen.

    @Renè: Bei meinen Kindern sieht das schon wieder ganz anders aus! Ich hatte mit 10 meinen ersten Computer, 8 Bit und Basic. Die Computertechnik und meine Generation, wir haben uns quasi parallel entwickelt.

    Heutzutage sehen sich die Kids immer mehr einem fertigen System gegenüber. Mit Programmierung und Hardwarebastelei kommen nur Technikbegeisterte in Berührung.

    Wie dem auch sei, mal wieder ein absolut treffender Cartoon!

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