Kampf der Systeme

Ich habe mir einen neuen Mac gekauft. Mich überzeugen lassen, dass ein großer 24“ und endlich ausreichend Arbeitsspeicher, mein (Arbeits-) Leben einfacher und schöner machen wird. Dass hinter mir hübsch leuchtende Hintergründe anfangen zu tanzen und eine chillige Musik spielt, die mein Hirn wie unter LSD kreativ weichkocht und alles sooo „easy“ wird. So der Wunsch.

Die Realität sieht etwas anders aus. Mein Arbeitsplatz ist doppelt belegt. Mit altem und neuem Rechner. Mein Leuchttisch wurde umfunktioniert zu einer Ablage „P“, mit drei sich gegenseitig wild bekämpfenden Papierbergen. Mein Scanner will nun so gar nicht mit der neuen Liebe zusammenarbeiten. Die beiden hassen sich wie die Pest. Mein Drucker hat manchmal Sex mit dem neuen System, meldet dann aber Kopfschmerzen und schaltet auf „Ich will meine Ruhe“ Modus.

Die Software schreit nach Updates, die eigentlich vorhanden sein sollten, sich aber mit kryptischen Eingabecodes standhaft weigern aktiv zu werden. War es nicht ein Apple mit dem Jeff Goldblum sich in ein Aliennetzwerk gehackt und die Welt gerettet hat? Sieht so aus, als könnte ICH mit MEINEM System noch nicht mal ein Hundebaby vor dem Tierfänger retten. Ich würde es wahrscheinlich eher mit dem Kabelsalat erwürgen. Obwohl, ist doch alles W-Lan – Wellen, die bei mir durch den Raum jetten, sich für Todessterne halten und meinen Router für Aldebaran.

Irgendwie sollte ich auch noch was arbeiten. Die Weihnachtszeit verlangt vermehrt nach hübschen Engeln, Rentieren und Santa Clauses auf Flyern und Postkarten. Sehen auf dem Bildschirm toll aus. Nur warum sieht der Weihnachtmann auf meinem Drucker dann aus, wie ein lila kostümierter Hethe Ledger mit Geschenken?

Ah, Kalibrierung! Aufregend und Schweißtreibend. Galeerensklaverei für Druckerpatronen. Cyan und Magenta haben schon wieder aufgegeben und Schwarz wird es auch nicht mehr lange machen. Egal. Ich halte mich an die Devise von General Patton: Alles nach vorne schmeißen und den Gegner erdrücken. Egal wieviel Papier und Tintenpatronen auf der Strecke bleiben.

Ich bin guter Hoffnung, in naher Zukunft wieder etwas mehr Platz auf meinem Schreibtisch zu haben, als nur meine Maus im Quadratzentimeter bereich bewegen zu können. Sie kämpt, sie beißt. Irgendwo unter dem Berg lauert auch mein Kater. Er hat sich eine gemütliche Höhle eingerichtet. Zurück du den Ursprüngen, als Raubtiere noch aus dem Dschungel sprangen und ihre fette Beute in das Gewirr von Lianen, heute Mehrfachsteckdosen, zogen.

Wenn ich meinen Leuchttisch zurückerobert, meine versprengten Art-Pen Einheiten wieder eingesammelt und die letzte Druckerpartone begraben habe, schaue ich meinem Reiter wieder ins Auge. Nächste Woche.

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14 Kommentare

Eingeordnet unter No Cartoon

14 Antworten zu “Kampf der Systeme

  1. deine geschichten sind mindestes genauso schön wie deine cartoons!

  2. mensch

    mann, sattel ma um uff linuX. da bist du der cheffe!

    so n mäc issa von mädchen gemacht unn für mädchen bestimmt, wa? und du bist doch n mann, odä. siehste.

    😉

  3. René

    Er lebt, das ist doch schon einmal was.

    24″ iMac? Ich bin begeistert!

  4. jacknirons

    also bei der wahl zwischen linux und mac würde ich eine egschlechtsumwandlung empfehlen und als mädel weiter am apfel basteln.
    das erspart kopfschmerzen, denn cheffe heist nicht, das es einfach wird. und du hättest sexuell gesehen größere möglichkeiten *g*

    ansonsten, geile story =)

  5. Hahaha… herrrrlüsch!

    Mehr Text! – wenigstens so gelegentlich. 😉 Und toi toi toi beim Kampf gegen die Aliens – und die Tücken der Systeme.

  6. Schön.
    Frustwegschreiben.
    Hat was…

    Grüße: XiongShui

  7. 🙂
    ich hab meinen mac vor etwa 3 monaten verkauft, hab seitedem wieder angenehm platz am schreibtisch und bin eine pseudo-kreative-möchtegern-pc-varianten problemmaschine weniger.
    ach die welt könnt so einfach sein
    🙂

  8. CharlesDexterWard

    Ach Quatsch, lass Dir nichts erzählen Du und Deine Peripherie werden schon Freundschaft mit dem Mac schließen. Mich wundern nur die „kryptischen Eingabecodes“. Ich gehe da mal von künstlerischer Freiheit aus…
    Und wenn es mit Euch nicht klappt steht der Apfel wohl bald vorm jüngsten Gericht, was ? :))

  9. Weise Entscheidung!
    Das gute an nem Mac ist ja tatsächlich, dass du in der Regel nur konkret sagen muss, was du für ein Problem hast und schon setzt sich automatisch ein Beratungsmechanismus in Gang. Ging jedenfalls mir bisher immer so.

    Vielleicht krieg ich ja sogar noch meinen Cartoon?…
    😉

  10. aga80

    @Mensch
    Das Mac’s von Mädels für Mädels gemacht wurden ist übertrieben, leider kommen viele nicht an diesen überteuerten Kisten vorbei.

    Persönlich nutze ich auch Linux seit 2 Jahren und habe mich nicht wirklich an Gimp gewöhnen können und schalte da dann doch eher auf Photoshop oder Irvanview , je nach bedarf , sost gilt bei mir Windoof nur zum Spielen.

  11. früher waren auch die rechner mit dem apfel besser … (wie eigentlich alles) aber diese kalibrierungsproblematik ist echt ätzend.
    weiterhin viel erfolg
    p.

  12. René

    WAS EINE WELLE … nur wegen nem iMac.

    Linux? Sonst geht es euch gut? Hm? Ist ja auch ganz easy zu installieren, „Yet another Setup Tool“ *looooooooooooooooooooooool
    Mit GIMP und OpenOffice bist du als Grafiker ganz arm dran. Wer EMACS oder VI geil findet, der ist wahrhaft ein ganzer Mann oder programmiert Software für OpenSource.

    GEHT MIR WEG MIT LINUX!

    Hört auf, hier albern zu diskutieren, seid ja nur neidisch auf das 24″-Teil.

    KAUFT MEHR APPLE!

    Ach ja, Steven, mit einem SCSI-Scanner hätte ich auch so meine Probleme.

  13. mensch

    linuX! linuX! 🙂

  14. Sebastian

    Reiter! Reiter!

    obwohl… so ein kleiner frühstücksttisch zwischenduch…..

    neee….Reiter! Reiter!

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