Blickwinkel der Macht

„Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.“ Zitat Philipp Mißfelder – Junge Union.

Herr Mißfelder ist ein Politiker der neuen, jungen Generation. Ein Politiker der nach Macht und Einfluß strebt um seine Ideale einer Gesellschaft zu verwirklichen. Dies ist nichts Schlechtes. Politik ist, auf die Person reduziert, nichts weiter als das Streben nach Macht und Einfluß. Dienstwagen, Praktikantin und das Sagen haben. Träumen viele Männer davon.

Wie viele Politiker seiner Generation, gezeugt in der Zeit wuschiger Blumenbetten, übergelaufen zu der Sicherheit von Eigenheim und Einbauküche, was verständlich ist da der Mensch für sich und die Seinen nach Sicherheit strebt, suchen diese jungdynamischen Sternchen des Polithimmels nach Beute, auf die man ungestraft und von vielen toleriert einschlagen darf. „Bashing“ mit der Rhetorikkeule von ganz oben und mit dem Applaus der Hinterbänkler und dem unsichtbaren, zustimmenden Nicken der Alten, grauhaarig weisen, Parteivorsitzenden.

Wieviel Moet Chandon, 30 Jahre alten Scotch oder feindestillierten Wodka müssen die Verantwortentlichen in ihre durstige Kehlen gekippt haben, die uns jetzt jeden weiteren Monat, ja fast jeden weiteren Tag, Milliarden kosten? Wieviele gute Zigarren wurden in Armani gebetteten Lungenflügeln verbrannt, wo es auch mit einer „Ernte23“ gut gereicht hätte, Steuergelder in wärmendes Feuer für Zocker zu verwandeln? Ohne dieser Zigarettenmarke Böses zu wollen!

Vielleicht genug um jedem HartzIVler einen Tankwagen voller Bier vor die Tür stellen zu können um das zu tun was die Politik so oder so tut: diese Menschen zu vergessen, auszugrenzen und  zu brandmarken.

Verbranntes Geld von Menschen die vielleicht bald von Hartz IV leben müssen, plötzlich keine Perspektive mehr haben am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben im gesunden Mass teilzunehmen. Von den 4,33 Euro, für eine als politisch gesund eingestufte Discounter Tagesration mal abgesehen. Bekommen diese dann auch gleich einen Mitgliedsausweis zum Club der anonymen Alkoholiker und eine Freipackung Camel als HartzIV Abwrackprämie? Wenn sie denn ihren Neuen wieder verkaufen?

Herr Mißfelder wird sich für seine Aussage nicht entschuldigen. Für seine weitere Karriere tut er gut daran. Zeigt es doch, dass er der härteste Kerl mit dem längsten Atem im finsteren Tal ist. Ganz ohne blaue Pillen. Das imponiert. Männlein wie Weiblein in der Partei und dem Fußvolk.

Kennen wir doch irgendwoher, dieses „Wir sind die besseren Menschen“ Denken. Aber vielleicht sind es auch nur Wölfe die, für einen kurzen Moment, zuwenig Kreide geschluckt haben und ihr wahres Gesicht zeigen. Doch wo nur ist der Jäger, der uns vor diesen geifernden Mäulern beschützt?

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Ich bin bis 02.03 nicht am Platz. Neu-Kommentare werden erst dann frei geschaltet. Achtet bis dahin auf Wölfe.

8 Kommentare

Eingeordnet unter Politische-Cartoons

8 Antworten zu “Blickwinkel der Macht

  1. Dass die Politiker das allgemeine Fußvolk als die „Sheeple“ sieht, die sie sind.. kann man denen jetzt nichtmal so wirklich übel nehmen, interessanter finde ich wie diverse Leute sowas auch noch mit „sozialdarwinismus“ oder so rechtfertigen wollen…

    …aber da hab ich mich ja erst neulich lange genug drüber ausgelassen

  2. noname

    Es ist doch eine Fügung des Schicksals, dass dieser „unbedarfte“ Konservativling gerade im „Superwahljahr“ so naiv ist, sein unverhohlenes Machtstreben öffentlich zur Schau zu tragen. Das wird ihm in den eigenen Parteireihen sicherlich nicht nur Zustimmung eintragen.

    Nun lasst uns alle hoffen, dass der Politprominenz öfter mal die Kreide ausgeht… damit auch das letzte Pisa-Opfer in diesem unserem Lande mitbekommt, dass George Orwells „Animal Farm“ eben doch keine Utopie ist.

  3. Bea

    ….. mein Vorschlag….:
    Mißfelder meets apokalyptischen Reiter…;-)

    Very warm regards…
    Bea

  4. sundance1969

    Schön, dass es noch ein paar Menschen gibt, die mit Spaß, Geist und Witz unser Leben bereichern. Ich gebe mir Mühe, den Kopf zu behalten.

  5. Hi, Steven, Deine größten Fans sitzen offenbar in Ulm: innerhalb weniger Tage mehr als 225 Aufrufe von einer einzigen Adresse (Forum). Glückwunsch!

  6. vocivoci

    der mißfelder missfiel zuvor den senioren, als er sagte: „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.“
    dann war er auf buckel-tour durch alle altersheime deutschlands, um danach als bester enkelsohn deutschlands für die senioren-union gute laune machen zu dürfen.
    dem bösen spiel fallen nun die sozial schwächsten zum opfer. vllt werden hier 2 „gruppen“ gegeneinander ausgespielt: zu viel hartz4, zu wenig rente und umgekehrt? ganz sicher wird wahlkampf hier zur unsitte.
    nebenbei: philipp bedeutet pferdefreund – er muss der reitende sein! der reitende, der die felder misset, schändet, erntet, senst…
    miese polemik – wenn auch meist nur insgeheim – war den christsozialen noch nie fremd.

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